Was Sie über Sensorvergiftung und Hemmstoffe wissen müssen

Was Sie über Sensorvergiftung und Hemmstoffe wissen müssen

Ryan Thompson | Freitag, 26. Juni 2020

Die Sensoren in Ihrem persönlichen Gaswarngerät sind zwar dafür konzipiert, in Kontakt mit giftigen, korrosiven und explosiven Gasen zu kommen. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie unzerstörbar wären. Die Chemikalien und Dämpfe aus täglich verwendeten Haushaltsreinigern und Schmiermitteln sowie anderen Spezialchemikalien können auf verschiedene Sensortypen wie ein Gift oder Hemmstoff wirken.

Der Pellistor UEG Sensor ist für Sensorgifte und Hemmstoffe besonders anfällig. Pellistor UEG Sensoren werden in vielen Anwendungen standardmäßig verwendet. Man sollte sich also bewusst sein, welche Stoffe als Sensorgifte oder Hemmstoffe für das Gerät wirken, da dies den Unterschied ausmacht zwischen einem voll funktionsfähigen Gaswarngerät und einem, das keinen Alarm auslöst, wenn man sich in einer Umgebung mit brennbarem Gas aufhält.

Die Funktionsweise eines Pellistor UEG Sensors ist eine der Hauptursachen, die ihn so anfällig für Gifte und Hemmstoffe macht. Wenn ein Gas im Inneren des Pellistor-Sensors mit dem Pellistor in Berührung kommt, verbrennt das Gas und der Pellistor erkennt einen Temperaturunterschied. Diese Temperaturveränderung wird anschließend in den Messwert umgewandelt, den Sie auf dem Display Ihres Gaswarngeräts sehen. Falls der Pellistor in Kontakt mit Gift- oder Hemmstoffen kommt, verhindern diese möglicherweise die Verbrennung des Gases oder beeinträchtigen die Funktionsweise des Pellistors, sodass nicht einmal die für eine Messung erforderliche Mindestmenge an Gas verbrannt wird. Dies kann die auf dem Display Ihres Geräts angezeigten Messwerte beeinflussen.

Was sind Sensorgifte?

Bei Sensorgiften handelt es sich um Substanzen, die sich am Pellistor-Sensor anlagern und diesen dauerhaft beschädigen, sodass er nicht mehr fehlerfrei funktioniert. Mittel auf Silikonbasis (darunter auch so gewöhnliche Produkte wie Lotionen und Haarpflegemittel), Schmiermittel, Gaszusätze, Blei und Schwefelverbindungen zählen zu den häufigsten Giften. Falls eines dieser Gifte in Kontakt mit dem erhitzten Pellistor kommt, schmilzt es sofort und lagert sich auf der Oberfläche ab. Da dieser Sensor nun von einer Schicht aus geschmolzenen Giftstoffen umgeben ist, kann er keine brennbaren Gase mehr verbrennen und Sie somit auch nicht mehr vor gefährlichen brennbaren Gase warnen. Haben diese Giftstoffe den Pellistor auf diese Weise umschlossen, lassen sie sich nicht mehr entfernen, was einen Austausch des Sensors erforderlich macht.

Zu den häufigsten Sensorgiften zählen Produkte auf Silikonbasis
, Schmiermittel, Gaszusätze, Blei
und Schwefelverbindungen.

Woher weiß ich, ob ein Sensor vergiftet ist?

Bei Gaswarngeräten ist in regelmäßigen Intervallen eine Kalibrierung und ein Anzeigetest durchzuführen, um auf diese Weise die korrekte Funktion der Sensoren in den Geräten sicherzustellen. Falls Sie Ihre Gaswarngeräte nicht regelmäßig kalibrieren oder einen Anzeigetest durchführen, könnten Sie sich in Gefahr begeben. Beispielsweise könnten Sie tatsächlich eine Umgebung betreten, in der brennbare Gase vorhanden sind, diese jedoch nicht bemerken, da Ihr Gaswarngerät aufgrund einer Sensorvergiftung keinen entsprechenden Messwert anzeigt.

Falls der Verdacht besteht, der UEG-Sensor könnte vergiftet sein, müssen Sie ihn sofort neu kalibrieren, um seine korrekte Funktionsweise sicherzustellen. Falls der Sensor während dieses Vorgangs das Kalibriergas erkennen kann und ein Messergebnis anzeigt, ist er auch im Einsatz in der Lage, eventuelle Gaskonzentrationen zu erkennen. Ist der Sensor vergiftet, wird das Kalibriergas nicht erkannt und dem Benutzer wird eine fehlgeschlagene Kalibrierung angezeigt.

Was sind Sensorhemmstoffe?

Hemmstoffe führen zwar nicht zu einer endgültigen Beschädigung des Sensors, sie beeinträchtigen jedoch dessen Funktionsweise. Die Hemmstoffe führen zu einer Desensibilisierung des Pellistors und verkürzen seine Lebensdauer. Allerdings lässt sich die Funktionsweise des Sensors mithilfe einer Kalibrierung und der Durchführung eines Anzeigetests eventuell wieder herstellen. Zu den häufigsten Hemmstoffen zählen halogenierte Verbindungen sowie alle Stoffe, die Astat, Brom, Fluor, Chlor und Jod enthalten. Sind gleichzeitig brennbare Gase und Hemmstoffe in der Atmosphäre vorhanden, kann der Pellistor-Sensor das brennbare Gas unter Umständen nicht erkennen.

Vorgehensweise beim Verdacht auf möglichen Kontakt mit Hemmstoffen

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Falls ein Gerät einem Hemmstoff ausgesetzt war, sollten Sie es kalibrieren, um die korrekte Funktionsweise des Geräts sicherzustellen. Bei der Verbrennung des Gases aus der Kalibriergasflasche verbrennt auch ein Teil der Hemmstoffe, die sich im Pellistor abgelagert haben. Falls der Pellistor wiederholt durch Hemmstoffe desensibilisiert wird oder in Kontakt mit einer großen Menge solcher Stoffe kommt, könnte er dauerhaft beschädigt werden. In diesem Fall schlägt die Kalibrierung fehl.

In manchen Fällen ist offensichtlich, dass der Sensor einem Gift oder Hemmstoff ausgesetzt war, allerdings ist dies nicht immer so. Viele Schmiermittel oder Produkte auf Silikonbasis werden als Spray verwendet. Unter Umständen wird dieses Mittel beim Aufsprühen auf die Oberfläche abgelenkt. Falls Sie sich mit einem Gaswarngerät in direkter Nähe befinden, kann das Mittel so ganz leicht in Kontakt mit Ihrem persönlichen Gaswarngerät kommen. Bei vielen dieser Produkte dauert es auch eine gewisse Zeit, bis sie trocknen. Während dieses Zeitraums werden Chemikalien und Dämpfe freigesetzt. Ein weiterer zu berücksichtigender Punkte ist die Lagerung. Nur weil ein Gift oder Hemmstoff nicht direkten Kontakt mit dem Gerät hatte, kann trotzdem eine Belastung erfolgt sein, während sich das Gerät in einer Werkzeugkiste, einem Stauraum oder an einem anderen Ort befand, an dem Gaswarngeräte aufbewahrt werden.

Die häufigsten Gifte und Hemmstoffe sind hier aufgeführt, es gibt jedoch noch weitere. Es empfiehlt sich, täglich vor Arbeitsbeginn einen Anzeigetest oder eine Kalibrierung durchzuführen und Ihr Gaswarngerät jedes Mal erneut zu kalibrieren, wenn Sie den Verdacht haben, es könnte mit einem möglichen Gift oder Hemmstoff in Kontakt gekommen sein.

Wie kann ich die Auswirkungen von Sensorgiften und Hemmstoffen eindämmen?

Pellistor UEG Sensoren sind im Vergleich zu anderen Sensoren für Sensorgifte und Hemmstoffe besonders anfällig. Infrarotsensoren (IR) werden von Giften und Hemmstoffen nicht beeinflusst. In bestimmten Fällen empfiehlt sich daher die Umstellung auf einen IR-Sensor, um Ihre Überwachung von Gasen zu vereinfachen. Kohlenwasserstoff-Infrarot-Sensoren (HC IR) können eine Vielzahl von Kohlenwasserstoffgasen erkennen und im Gegensatz zu Pellistor UEG Sensoren in einer Schutzgasatmosphäre verwendet werden. HC IR-Sensoren kommen oft in Anwendungen mit beengten Räumen zum Einsatz oder in Branchen, in denen üblicherweise Silikonpartikel auftreten (Öl und Gas) sowie bei der chemischen Raffination und in Anwendungen mit niedrigem Sauerstoffgehalt. HC IR-Sensoren sind fürMX6 iBrid® 6-Gaswarngeräte und Ventis® Pro5 Mehrgas-Warngeräte erhältlich.

 

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