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Gefahren durch Gase in der Chemiebranche verstehen

Geschrieben von Industrial Scientific | 02.08.2018 08:55:00

Chemikalien finden sich überall. Angefangen beim Duschgel, das Sie heute Morgen in der Dusche verwendet haben, bis hin zum Leim, der Ihren Tisch zusammenhält, sind Sie von Chemikalien umgeben. Wenn Sie allerdings versuchen herauszufinden, was alles unter den Begriff Chemikalien fällt, wird es schnell kompliziert. Ganz grundsätzlich lassen sich Chemikalien in drei verschiedene Kategorien einteilen[i]

  1. Grundchemikalien – Dazu zählen petrochemische Stoffe (auf Ölbasis), Polymere und anorganische Stoffe. Petrochemikalien werden aus dem Kohlenwasserstoff in Rohöl und Gas gewonnen und mithilfe von Verfahren wie Spaltung, Isomerisierung und Reformierung in nützlichere Kohlenwasserstoffe umgewandelt. Petrochemikalien dienen hauptsächlich der Herstellung einer Vielzahl von Polymeren, die häufig in Kunststoffen und Harzen zu finden sind. Zu den Anorganika zählen Chlor, Natriumhydroxid, Schwefel- und Salpetersäuren sowie Chemikalien für Dünger.
  2. Spezialchemikalien – Diese umfassen Chemikalien für Pflanzenschutzmittel, Lacke und Färbemittel.
  3. Chemikalien für Verbraucher – Diese werden direkt an Endkunden verkauft und umfassen Waschmittel und Seifen.

Viele dieser Produkte stammen aus Anlagen, die einfach gigantisch sind. Die Sadara Chemical Company in Saudi-Arabien galt im Jahr 2015 als weltweit größtes Chemiewerk. Der gesamte Komplex umfasst 26 Produktionsanlagen in einem Industriepark, der sich über 12 Quadratkilometer erstreckt. Das Werk von BASF in Ludwigshafen in Deutschland umfasst eine Fläche von ungefähr 10 Quadratkilometern. „Das Herzstück des Verbundstandorts Ludwigshafen ist ein engmaschiges Netzwerk aus 200 Produktionsanlagen, die über ein System aus Pipelines mit einer Gesamtlänge von 2.850 Kilometern miteinander verbundenen sind.[ii] In vielen anderen Fällen wird die Größe eines Unternehmens üblicherweise anhand von Gewinn, Mitarbeiterzahl und Anzahl der hergestellten Chemikalien angegeben. Dow Chemical mit seinem Firmensitz in Midland, Michigan, stellt über 2.000 verschiedene Produkte her.

Gase in der chemischen Industrie

Bei diesem gigantischen Konglomerat der Chemieproduktion und auch bei kleineren Herstellern kommen eine Vielzahl gefährlicher organischer wie anorganischer Stoffe zum Einsatz, die einen sehr niedrigen Flammpunkt, niedrige UEG (untere Explosionsgrenzen) und einen breiten Zünd-/Explosionsbereich besitzen. Bei der UEG handelt es sich um die geringste Konzentration eines Gases oder Dampfes in der Luft, die durch eine Zündquelle entflammt werden kann. Für viele brennbare Gase liegt sie unterhalb von 5 Volumenprozent. Selbst wenn nur relativ geringe Konzentrationen des Gases in die Atmosphäre entweichen, ist die Gefahr einer Explosion groß. Zudem muss auch bedacht werden, dass sich meist dann eine Gefahr aufgrund brennbarer Gase ergibt, wenn die Gas- oder Dampfkonzentration in der Luft über 10.000 ppm (1 Volumenprozent) oder höher liegt. Um den Schutz von Mitarbeitern zu gewährleisten, müssen giftige Gase normalerweise bei einer Konzentration von unter 100 ppm (0,01 Volumenprozent) erkannt werden. Die Herstellungsprozesse sind sehr komplex und umfassen extrem hohe Temperaturen, Pipelines und Transferleitungen, Dampfcracken, Destillationsverfahren, Lagertanks, Hochdruckventile, Turbinen, Konzentratoren, Anschlusspunkte für Geräte und mehr.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Herstellung, Lagerung und Verteilung der Produkte und Nebenprodukte der chemischen Industrie einerseits immens positive Auswirkungen auf das tägliche Leben haben. Andererseits jedoch zählen diese Produkte für direkt in diese Prozesse eingebundenen Mitarbeiter zu den gefährlichsten Materialien überhaupt. Aus diesem Grund spielt die Überwachung von Gasen in der petrochemischen Industrie eine unverzichtbare Rolle.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Herstellung, Lagerung und Verteilung der Produkte und Nebenprodukte der chemischen Industrie einerseits immens positive Auswirkungen auf das tägliche Leben haben. Andererseits jedoch zählen diese Produkte für direkt in diese Prozesse eingebundenen Mitarbeiter zu den gefährlichsten Materialien überhaupt. Aus diesem Grund spielt die Überwachung von Gasen in der petrochemischen Industrie eine unverzichtbare Rolle.

Im Folgenden finden Sie einige Hinweise, wie sich Ihr Programm zur Überwachung von Gasen in einer Anlage für die Herstellung von Chemikalien verbessern lässt.

  • Gewährleistung einer kontinuierlichen Überwachung von Gasen – Gaswarngeräte für den persönlichen Schutz sind Pflicht, aber eine kontinuierliche Überwachung der UEG kann rund um die Uhr auf ein mögliches Problem aufmerksam machen. Manche Bereichsüberwacher besitzen eine Betriebsdauer von 7 Tagen und lassen sich mithilfe einer externen Stromversorgung sogar unbegrenzt lange betreiben. Bereichsüberwacher eignen sich hervorragend für die Absperrung eines Gefahrenbereichs oder die Überwachung eines Lecks oder anderweitigen Störfalls.
  • Vernetzung von Mitarbeitern – Falls Gefahr durch Gas droht, ein Mitarbeiter einen Notruf absetzt oder verletzt ist, vergehen unter Umständen Minuten oder sogar Stunden, bevor jemand davon erfährt. Dank Wireless-Gasgeräten können Mitarbeiter in der Nähe oder ein Sicherheitsbeauftragter in der Ferne ebenso wie Erstversorger unmittelbar informiert werden, wodurch sich die Reaktionszeit deutlich verkürzt.
  • Keine oder nur kurzzeitige Gasexposition dank Datenanalyse – Management-Software für die Überwachung von Gasen erleichtert Ihnen über ein einfaches Dashboard die Verwaltung von Gefahren, Mitarbeitern und Geräten von einem beliebigen Standort aus. Sie bietet auch Informationen darüber, wie die Gaswarngeräte eingesetzt werden und ermöglicht so ein Ergreifen korrigierender Maßnahmen.

Vielleicht kennen Sie dieses Zitat von Sir Brian Appleton:

 „Sicherheit ist für uns keine intellektuelle Fingerübung, um unsere Arbeitsplätze zu sichern. Sie ist eine Frage von Leben und Tod. Sie ist die Summe all unserer Bemühungen im Bereich Sicherheitsmanagement, die darüber entscheiden, ob unsere Kollegen überleben oder sterben.“

Wenn Sie einem Mitarbeiter in einem so weitläufigen und komplexen Bereich wie der chemischen Industrie einfach nur eine Schutzausrüstung zur Verfügung stellen und ihn anschließend in einen Gefahrenbereich schicken, wäre das ungefähr so, als würden Sie im Auto zwar Ihren Sicherheitsgurt schließen, jedoch während der Fahrt sämtliche Verkehrsregeln und Vorschriften missachten. Im Hinblick auf Ihr Programm zur Überwachung von Gasen sollten Sie nach einer umfassenden Lösung für die Verwaltung Ausschau halten, um die Sicherheit Ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten.

 

[i] http://www.essentialchemicalindustry.org/the-chemical-industry/the-chemical-industry.html

[ii] https://chemicalparks.eu/parks/basf-se-ludwigshafen