Tipps zum Einsatz von Gaswarngeräten bei kaltem Wetter

Tipps zum Einsatz von Gaswarngeräten bei kaltem Wetter

Dave Wagner | Freitag, 26. Juni 2020

Wenn die kühlere Jahreszeit beginnt und die Temperaturen sinken, stellt sich auch die Frage, wie zuverlässig Ihre tragbaren Gaswarngeräte funktionieren, wenn der Winter mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt Einzug hält. Einige Geräte sind sogar für einen Betrieb bis zu einer Temperatur von -40 °Celsius zugelassen. Allerdings ist der kontinuierliche Betrieb der meisten tragbaren Gaswarngeräte nur für Temperaturen von bis zu -20 °Celsius zulässig. Trotzdem können die meisten Geräte für kurze Zeit sogar bei noch niedrigeren Temperaturen eingesetzt werden. Mit den sinkenden Temperaturen verändert sich natürlich das Ansprechverhalten des Sensors, doch moderne Geräte verfügen in der Regel über eine Funktion für den „Temperaturausgleich“, um die gemessenen Gaswerte innerhalb eines Bereichs von +/-15 % der tatsächlichen Konzentration zu halten.

Im Folgenden finden Sie einige nützliche Hinweise für den sicheren Betrieb von Gaswarngeräten bei kalten Temperaturen.

1. Höchstens 20 Minuten: kein Angleichen an Umgebungstemperatur erforderlich. Wenn Sie draußen zu Fuß unterwegs sind, spüren Sie die Kälte sofort. Allerdings benötigt Ihr Gaswarngerät etwas Zeit, um sich an die Umgebungstemperatur anzupassen. Der Temperaturausgleich orientiert sich normalerweise an der Temperatur im Inneren des Gaswarngeräts. Falls Sie das Gerät höchstens 20 Minuten im Freien verwenden, müssen Sie nicht erst warten, bis es sich an die Umgebungstemperatur angeglichen hat, bevor Sie es einsetzen. Schalten Sie es einfach ein, nehmen Sie die Messung vor und begeben Sie sich anschließend schnell wieder zurück ins Warme.

2. Länger als 20 Minuten: führen Sie einen Temperaturausgleich durch. Falls Sie das Gerät jedoch länger als 20 Minuten draußen einsetzen, geben Sie ihm vor dem Einschalten am besten 15 bis 20 Minuten Zeit, damit es sich an die Umgebungstemperatur angleichen kann. Schalten Sie es anschließend ein und führen Sie an der frischen Luft einen Nullabgleich durch.

3. Lagern in einer Umgebung mit ausreichender Luftfeuchtigkeit. Die kalte Luft kann im Winter extrem trocken sein, vor allem in den Northern Plains, im Nordwesten Kanadas und in Alaska. Das trockene Klima beeinträchtigt die Leistung mancher elektrochemischer Sensoren stärker als selbst die kältesten Temperaturen. Um ein Austrocknen der wässrigen Elektrolyte zu verhindern, müssen Sie Ihre Geräte in einer Umgebung mit ausreichender Luftfeuchtigkeit lagern und aufladen. Indem Sie die Luftfeuchtigkeit der Umgebung konstant auf einem Niveau von 40 bis 50 Prozent halten, gewährleisten Sie, dass die Empfindlichkeit der Sensoren erhalten bleibt und die Geräte auch über einen längeren Zeitraum hinweg funktionsfähig bleiben.

4. Führen Sie bei einem mit Verzögerung reagierenden Gaswarngerät häufige Anzeigetests durch. Bei Temperaturen unter -20 °Celsius reagiert das Gerät unter Umständen etwas träge. Die Displayhelligkeit kann abnehmen und unter Umständen gefriert es und es ist gar keine Anzeige zu sehen. Auch in diesem Fall ist Ihr Gaswarngerät vermutlich immer noch in der Lage, Gas zu erkennen und einen Alarm auszulösen. Falls Sie es unter diesen Bedingungen nutzen, sollten Sie vor jedem Einsatz einen Anzeigetest durchführen und so sicherstellen, dass es reagiert. Sorgen Sie anschließend so schnell wie möglich dafür, dass sich das Gerät wieder aufwärmen kann.

5. Überprüfen Sie, ob der Sauerstoffsensor im Gerät eingefroren ist. Die elektrochemischen Sensoren in Ihrem Gerät enthalten normalerweise ein wässriges Elektrolyt. In manchen Fällen gefriert dieses Elektrolyt, falls das Gerät über einen längeren Zeitraum hinweg bei Temperaturen von unter -20 °Celsius eingesetzt wird. Als erstes gefriert normalerweise der Sauerstoffsensor. Sind die Sensoren eingefroren, ist keine zuverlässige Messung mehr möglich. Wird das Gerät später wieder aufgewärmt und die Sensoren tauen wieder auf, sollte die Funktionsfähigkeit auch wieder hergestellt sein.

6. Laden Sie den Akku häufiger auf. Die Akku-Laufzeit könnte sich bei kalten Temperaturen verringern. Bei Temperaturen unter -20 °Celsius kann sich die Laufzeit um 50 % und mehr verringern.

7. Halten Sie das Gaswarngerät warm, bis Sie es benötigen. Tragen Sie das Gaswarngerät eng am Körper, damit es so warm wie möglich bleibt. Falls Sie das Gaswarngerät für eine Probenahme aus der Entfernung nutzen, sollten Sie es so lange wie möglich im Inneren Ihrer Jacke tragen. So halten Sie es warm und gewährleisten, dass es so lange wie möglich funktioniert.

Eine Faustregel für den Einsatz von Gaswarngeräten bei kaltem Wetter besagt, dass Sie Ihr Gerät so lange im Freien verwenden können, wie Sie selbst es draußen aushalten. Wenn es für Sie zu kalt wird, wird es vermutlich auch für das Gerät zu kalt.

Mann, es ist kalt draußen, bis es zum Frühling hin wieder wärmer wird, achten Sie auf Ihre Sicherheit und halten Sie sich warm.