Erstellen eines Programms für vernetzte Sicherheit

Erstellen eines Programms für vernetzte Sicherheit

Dante Moore | Dienstag, 28. Juli 2020

Jahrzehntelang verließ man sich in industriellen Umgebungen auf „Sicherheitsinseln“, um die Sicherheit von Mitarbeitern zu gewährleisten. Bei der Überwachung von Gasen, persönlicher Schutzausrüstung (PSA), Absturzsicherungen und anderen Sicherheitsaspekten handelte es sich um Standalone-Lösungen, die sich niemals wirklich kombinieren ließen.

Allerdings machte es der technische Fortschritt nicht nur möglich, sondern sogar einfach, die einzelnen Lösungen unter dem Begriff vernetzte Sicherheit miteinander zu verknüpfen und so sichere Umgebungen für Mitarbeiter zu schaffen.

Gaswarngeräte und persönliche Schutzausrüstungen können die Sicherheit von Mitarbeitern verbessern, aber eine vernetzte Sicherheit leistet noch viel mehr, da Sie Ihnen Einblicke in Ihr Sicherheitsprogramm ermöglicht, anhand der Sie geeignete Maßnahmen ergreifen können. Auch wenn sich nicht jede Gefahrenquelle ausschalten lässt, ermöglichen die Technologien für vernetzte Sicherheit eine Überwachung der Sicherheit Ihrer Mitarbeiter in Echtzeit. Somit haben Sie alle potentiellen Gefahren im Blick, die zu einer Verletzung von Mitarbeitern führen und die Rentabilität Ihrer Anlage schmälern könnten.

Ähnlich wie bei der Überwachung von Gasen unterscheiden sich auch Lösungen für vernetzte Sicherheit von Anwendung zu Anwendung. Es spielt keine Rolle, ob Sie eine Lösung für vernetzte Sicherheit für die Überwachung beengter Räume, Feuer und Notfallteams oder für eine anderen Anwendung einrichten. In jedem Fall benötigen Sie für diese Aufgabe die richtigen Geräte.

Wie lässt sich die Überwachung von Gasen in die Welt von Big Data und Sensoren integrieren? Werfen wir mal einen Blick auf die Bestandteile eines Programms für vernetzte Sicherheit.

Komponenten eines Programms für vernetzte Sicherheit

Lösungen für vernetzte Sicherheit ließen sich erstmals mit der Technologie des Internet of Things (IoT) realisieren, das Unternehmen den Aufbau einer Infrastruktur für die Weiterleitung von Daten ermöglichte. Mithilfe dieser Infrastruktur lässt sich ein Universum aus Geräten und Analysen erschaffen, das datengestützte Entscheidungen ermöglicht, um nicht nur einzelne Mitarbeiter, sondern ganze Teams, Anlage und Gemeinden zu schützen.

Diese Plattformen setzen sich aus drei verschiedenen Komponenten zusammen:

1. Geräte und Ausrüstung

Grundlage eines jeden Programms für vernetzte Sicherheit sind zuverlässige Geräte, in diesem Fall Gaswarngeräte. Ohne die richtigen Geräte und die entsprechende Ausrüstung ist eine vernetzte Sicherheitslösung sinnlos.

Diese vernetzten Geräte ermöglichen nicht nur die Überwachung der Arbeiter, sie überwachen auch die Umgebung um das Team herum, um auf diese Weise wertvolle Daten und Einblicke in Echtzeit zu erfassen. Je nach Umgebung umfasst eine Lösung für vernetzte Sicherheit eventuell persönliche Gaswarngeräte, Bereichsüberwacher oder auch eine Kombination aus diesen Geräten.

Der alleinige Einsatz von Gaswarngeräten reicht nicht mehr aus. Persönliche Gaswarngeräte müssen auch in der Lage sein, Alarme und Messwerte an Geräte in ihrer Nähe weiterzuleiten und in Echtzeit Daten zur Position sowie weitere wichtige Informationen zu übertragen, damit die Teams ständig in Kontakt bleiben können.

Im Hinblick auf Bereichsüberwacher gehört zu einem soliden Programm für vernetzte Sicherheit auch ein vernetztes Gaswarngerät, das mit tragbaren Gaswarngeräten Daten austauschen kann, um so ein Sicherheitsnetzwerk zwischen den Mitarbeitern zu schaffen.

2. Vernetzung

Damit Ihr Programm für vernetzte Sicherheit eine optimale Effizienz erzielt, müssen Sie sich auch über die geeignete Art der Vernetzung Gedanken machen. Sehen Sie sich die Vorteile von Netzwerken mit WLAN, Satellitenverbindung und Peer-to-Peer-Übertragung an und finden Sie heraus, welche Lösung für Ihre Anwendung und Infrastruktur in Frage kommt.

Peer-to-Peer-Netzwerke werden auch als Mesh-Netzwerke bezeichnet und erfreuen sich in industriellen Umgebungen zunehmender Beliebtheit, da sie zuverlässig sind und der Aufwand für die Einrichtung durch die IT minimal ist. Mesh-Netzwerke wie LENS® Wireless verwenden Geräte als Knoten für die Datenübertragung, um einen schnellen und einfachen Informationsfluss zu gewährleisten. Sie sind auch selbstheilend, was den Vorteil bietet, dass selbst bei Ausfall von einem oder von mehreren Geräten das Netzwerk immer noch funktioniert und Daten überträgt. Eine Peer-to-Peer-Vernetzung eignet sich optimal für die lokale Weiterleitung von Alarmen zwischen Mitarbeitern und vernetzten Geräten.

Wenn Daten von Gaswarngeräten vor Ort an eine Software für die Live-Überwachung übertragen werden sollen, kommen Technologien wie WLAN, Mobilfunk- und Satellitenverbindungen ins Spiel. Welche Vernetzungslösung sich für Sie eignet, hängt davon ab, wo und wie Sie Ihre Gaswarngeräte nutzen. Eine Vernetzung über WLAN ist oft eine gute Option für die Überwachung in Anlagen, während sich eine Kombination aus Mobilfunk- und Satellitenverbindung meist ideal für die Vernetzung von allein arbeitenden Personen an sehr abgelegenen Orten eignet. Abhängig von der Netzabdeckung in Ihrer Anlage ist eine Vernetzung über Mobilfunk für eine Reihe unterschiedlicher Anwendungen optimal.

3. Management-Software

Die ersten beiden Komponenten eines Programms für vernetzte Sicherheit stellen sicher, dass Mitarbeiter und Teams sich der Gefahren um sie herum bewusst und mit anderen Mitarbeitern vernetzt sind. Aber erst die Management-Software hebt das Programm für vernetzte Sicherheit auf ein ganz neues Niveau. Management-Software für die Überwachung von Gasen bietet Ihnen eine einzigartige Transparenz im Hinblick auf die Sicherheit von Mitarbeitern und gewährt Ihnen auf Basis der von den Gaswarngeräten gesammelten Daten wertvolle Einblicke für Ihre Maßnahmen.

Mit zeitraubenden Aufgaben wie der Nachverfolgung einer Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, der Identifizierung möglicher Gefahrenquellen für Mitarbeiter und der Erfassung aller relevanten Daten nach einem Vorfall kennen sich Sicherheitsbeauftragte nur allzu gut aus. Management-Software wie iNet® Control verfügt über ein intuitives Dashboard, das zur Verwaltung von Mitarbeitern, Geräten und Gefahren auf Basis zurückliegender Daten dient.

Software für die Live-Überwachung wie iNet® Now nutzt die historischen Daten von iNet Control und ergänzt diese um eine Überwachung in Echtzeit. Dies ist eine der wertvollsten Komponenten eines Programms für vernetzte Sicherheit. Tritt eine Gefahr auf, alarmiert die Software für Live-Überwachung automatisch einen zentralen Kontakt per Textnachricht, E-Mail oder mit einem am Bildschirm angezeigten Alarm. Dieser enthält Informationen zur Art des Alarms, der Person in Gefahr, ihrem Standort und mehr. Dank dieser Transparenz können Sie innerhalb von Sekunden die entsprechenden Maßnahmen ergreifen und müssen nicht erst lange auf einen Bericht zum Vorfall warten.

Die Management-Software kann Sie auch benachrichtigen, wenn Gaswarngeräte ausgeschaltet werden oder ein Mitarbeiter sich zu lang in einer Gefahrensituation aufhält. Sie sendet sogar einen Alarm, wenn Geräte ohne vorherige Kalibrierung verwendet werden. Alle diese Informationen ermöglichen Ihnen, Ihr Gaswarngeräteprogramm optimal zu nutzen und die Sicherheitskultur zu verbessern.

Anwendungen für vernetzte Sicherheit

Achten Sie bei der Erstellung Ihres Programms für vernetzte Sicherheit darauf, dass es auf die speziellen Herausforderungen Ihres Unternehmens ausgelegt ist. Im Folgenden sehen Sie beispielhaft, wie ein solches Programm strukturiert sein könnte:

In Anlagen

Abhängig von der jeweiligen Branche ist mit unterschiedlichen Gefahren durch Gas zu rechnen. Also hängt die Entscheidung, welche Gase Sie überwachen müssen und wie Sie Ihre Mitarbeiter vernetzen können, von den in Ihrer Anlage potentiell auftretenden Gefahren ab. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, sich bei der Überwachung in Anlagen für Gaswarngeräte zu entscheiden, die eine Vielzahl an Sensoroptionen bieten, beispielsweise für das Ventis® Pro5 und den Radius® BZ1. Diese Gaswarngeräte ermöglichen die Übertragung von Daten zwischen den Geräten über ein Mesh-Netzwerk. Zusätzlich kann eine Software für die Live-Überwachung wie iNet Now von Vorteil sein, um auf diese Weise sicherzustellen, dass ein Vorgesetzter in Echtzeit über alle Gefahren informiert ist, die in der gesamten Anlage drohen.

Beengter Raum

Für die Durchführung von Arbeiten in beengten Räumen sind persönliche Gaswarngeräte unverzichtbar. Sie ermöglichen die Überprüfung der Atmosphäre in einem beengten Raum vor dessen Betreten und bieten darüber hinaus während der Arbeiten Daten und Messwerte in Echtzeit. Ein persönliches Gaswarngerät wie das Ventis Pro5 mit LENS Wireless Peer-to-Peer-Vernetzung stellt sicher, dass auch Beobachter außerhalb des beengten Raums wissen, was im Inneren vor sich geht. Dank dieser Vernetzung lassen sich Tragödien durch Todesfälle bei Rettern vermeiden, denn oft versucht ein Mitarbeiter einem Kollegen in einem beengten Raum zu Hilfe zu kommen und wird dabei Opfer des gleichen Gases. Bei Kopplung dieser Gaswarngeräte mit einem RGX Gateway lassen sich die Daten an die Cloud-basierte iNet Now Live Monitoring Software übertragen, sodass Vorgesetzte auch aus der Ferne die Situation in Echtzeit überwachen können.

Allein arbeitende Person

Am besten sorgen Sie für die Sicherheit allein arbeitender Personen durch eine Vernetzung mit einer Software für Live-Überwachung wie iNet Now. Vernetzte persönliche Gaswarngeräte stellen sicher, dass Sie jederzeit über die Position Ihrer Mitarbeiter informiert sind und wissen, welchen Gasen sie ausgesetzt sind und ob sie Hilfe benötigen. Wireless-Gateways mit Mobilfunk- und Satellitenverbindung bieten optimale Möglichkeiten für die Übertragung von Echtzeitmessungen, wobei es keine Rolle spielt, wie abgelegen der Ort ist.

Heißarbeiten

Vor Beginn der Arbeiten ist immer eine Gefahrenbewertung mit tragbaren Gaswarngeräten durchzuführen, falls in beengten Räumen Heißarbeiten vorgesehen sind. Während der Heißarbeiten muss der Bereich kontinuierlich mit persönlichen Gaswarngeräten und Bereichsüberwachern überwacht werden.

Wird ein Bereichsüberwacher wie der Radius® BZ1 hierfür auf der Windseite des Bereichs, in dem Heißarbeiten durchgeführt werden, platziert, ermöglicht eine frühzeitige Warnung der Arbeiter vor Gefahrensituationen. Dank der Vernetzung über LENS Wireless lassen sich so Kollegen in der Nähe alarmieren, falls sich gefährliche Gaskonzentrationen in ihre Nähe bewegen.

Gefährliche Stoffe

Wenn Erstversorger an einem Einsatzort eintreffen, wissen sie meist nicht, ob sie einen Bereich mit gesundheitsgefährdenden oder möglicherweise sogar tödlichen Chemikalien betreten. Persönliche Gaswarngeräte wie das Ventis Pro5 ermöglichen es den Rettungskräften, die Atmosphäre auf tödliche Gase zu überprüfen. Dank ihrer Wireless-Gaswarngeräte können Rettungskräfte die festgestellten Messwerte mit Kollegen am Standort teilen. Auf diese Weise sind alle vor Ort jederzeit darüber informiert, wie der Status ihrer Kollegen in der Nähe ist. Zusätzlich lassen sich Bereichsüberwacher in dieses Netzwerk einbinden, um eine Perimeterüberwachung für die Gefahren durch Gas zu realisieren, falls sich diese plötzlich verlagern. Neben der Überwachung der Bedingungen vor Ort ist ein Überblick aus der Vogelperspektive hilfreich, der mithilfe von Software für die Live-Überwachung wie iNet Now oder unter Verwendung einer Software für dynamische Ausbreitungsmodelle wie SAFER One™ möglich ist.

Feuer und Notfallteams

Erstversorger verwenden Gaswarngeräte, um die Konzentration von Kohlenmonoxid, Cyanwasserstoff, Sauerstoff, Schwefelwasserstoff und die unteren Explosionsgrenzen von Gasen zu überwachen. Allerdings können sich die Gaskonzentrationen an einem Brandherd oder einem anderen Einsatzort erheblich unterscheiden. Deswegen ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Einsatzkräfte sich der Gefahren bewusst sind, die ihren Kollegen dort drohen. Dank der Alarmweiterleitung und der Panik- und Totmann-Alarme des Ventis Pro5 werden die Erstversorger sofort benachrichtigt, wenn einer aus ihren Reihen Hilfe benötigt.

Abgrenzungs- und Perimeterüberwachung

Wenn für die Überwachung von Gasen ein Bereich rund um einen gefährlichen Ort oder rund um Ihre Anlage abgesperrt werden muss, bieten tragbare Gaswarngeräte und Bereichsüberwacher, die über ein Wireless-Mesh-Netzwerk miteinander vernetzt sind, eine gute Möglichkeit zur Überwachung dieses Bereichs aus der Ferne. Dank der Vernetzung können Mitarbeiter die Anzeigen der Bereichsüberwacher auf ihren eigenen Gaswarngeräten für den persönlichen Schutz ablesen. Gegebenenfalls lassen sich mithilfe eines RGX Gateway Daten in Echtzeit in die Cloud übertragen, sodass ein Vorgesetzter immer über die Bedingungen vor Ort informiert ist. Anschließend kann eine Software für dynamische Ausbreitungsmodelle die Echtzeitdaten der Gassensoren vor Ort nutzen und in Kombination mit den Wetterdaten eine Vorhersage zum Pfad und den betroffenen Bereichen erstellen, falls eine Gaswolke sich über den überwachten Bereich hinaus ausbreitet.

Turnarounds und Anlagenstillstand

Verantwortliche für Turnarounds und Anlagenstillstand mieten oft vorübergehend Geräte wie Gaswarngeräte, Docking Stationen und sogar Software, um ihr Gaswarngeräteprogramm den aktuellen Umständen anzupassen. Da in diesen Situationen oft Hektik herrscht, eignet sich iNet® Now Live Monitoring optimal, um in Echtzeit einen Überblick über Alarmereignisse und Gasexpositionen zu gewährleisten. Ein solcher Überblick hilft dabei, alle zusätzlichen Arbeiter zu überwachen und auf diese Weise sicherzustellen, dass angefangen bei den Auftragnehmern bis hin zu erfahrenen Mitarbeitern alle die Sicherheitsprotokolle beachten.

Um mehr über Sicherheitslösungen für Ihr Gaswarngeräteprogramm zu erfahren, laden Sie diesen Leitfaden herunter.