Spielt es eine Rolle, welchen Probenschlauch ich verwende?

Spielt es eine Rolle, welchen Probenschlauch ich verwende?

Dave Wagner | Freitag, 26. Juni 2020

Ein Kunde mit dem Namen Mike schickte mir eine E-Mail und meinte, jemand hätte ihm gesagt, dass der von ihm verwendete Probenschlauchtyp die Messwerte beeinträchtigen könnte, die ihm sein Gaswarngerät anzeigt. Er wollte von mir wissen, ob das stimmt.

Nun, Mike, und alle anderen, das ist absolut richtig. Der verwendete Probenschlauchtyp kann sich im Zusammenspiel mit Ihrem Gaswarngerät bei einer Probenahme aus der Entfernung – und sogar bei der Kalibrierung – erheblich auf die von Ihrem Gerät angezeigten Messwerte auswirken. Grund hierfür ist die unterschiedliche Herstellung der Probenschläuche. Manche Schlauchtypen reagieren mit bestimmten Gasen, was die Genauigkeit der von Ihrem Gaswarngerät ermittelten Werte auf verschiedene Arten beeinträchtigen kann.

So dürfen beispielsweise bei einem Gaswarngerät mit einem Pellistor-Sensor für brennbare Gase niemals Schläuche aus Silikon bzw. silikonhaltige Schläuche verwendet werden. Unter Umständen treten aus dem Schlauch Silikondämpfe aus, die mit dem Gas reagieren und so den Sensor vergiften könnten, wodurch dieser seine Empfindlichkeit sowie die Fähigkeit zur präzisen Erkennung brennbarer Gase einbüßt.

PVC-Schläuche wie die flexiblen Schläuche, die in der Branche oft als Tygon-Schläuche bezeichnet werden, eignen sich unter Umständen für die Probennahme von Gasen wie Sauerstoff, Kohlenmonoxid, Schwefelwasserstoff und typische brennbare Gase, bei denen die UEG in Prozent gemessen wird. Allerdings können auch PVC-Schläuche mit vielen flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) und anderen Gasen wie Chlor oder Ammoniak reagieren, was dazu führt, dass die letztendlich in den Sensor gelangende Gaskonzentration niedriger ist als in der Umgebung tatsächlich vorhanden. Ein Schlauch auf Polyurethanbasis ist für manche reaktiven Gase eventuell besser geeignet. Allerdings zieht er in Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit eventuell die Feuchtigkeit an, die mit der als Probe genommenen Gaskonzentration reagiert und diese so verringert.

Mein Rat für Mike – und für alle, die ein tragbares Gaswarngerät verwenden – wäre, für die Probenahme aus der Entfernung und die Kalibrierung nur Schläuche von hoher Qualität und aus nicht reaktivem Material zu verwenden. Dies gilt für Anwendungen, in denen eine geringe Konzentration hoch reaktiver Gase zu messen ist. Am besten eignen sich Schläuche auf Teflonbasis (PTFE) oder teflonbeschichtetes PVC-Material in Anwendungen mit reaktiven Gasen.

Es spielt also eine Rolle, welche Art von Schläuchen Sie verwenden. Wenn Sie hochwertige Schläuche verwenden und wissen, was Sie messen, gewährleisten Sie auch Ihre Sicherheit.