Der Kampf gegen den „Dangerfield-Effekt“ bei der Überwachung von Gasen

Der Kampf gegen den „Dangerfield-Effekt“ bei der Überwachung von Gasen

Kyle Krueger | Freitag, 26. Juni 2020

Gefahren des „Dangerfield Effekts“ bei der Überwachung von Gasen – In den letzten Jahren erlebte die Öl- und Gasindustrie in ihren Gasüberwachungsprogrammen eine zunehmende Verbreitung von 4-Gaswarngeräten. Der Grund für den Anstieg ist das wachsende Bewusstsein vieler Unternehmen, dass es außer Schwefelwasserstoff (H2S) weitere typische Gefahren durch Gas gibt. Für viele Anwender ist es das erste Mal, dass sie ein 4-Gaswarngerät tragen. Mit dem zunehmenden Einsatz von 4-Gaswarngeräten habe ich ein interessantes Phänomen beobachtet, das ich den Dangerfield-Effekt nenne. Kurz gesagt, diese Warngeräte erhalten, wie der großartige Schauspieler und Komiker Rodney Dangerfield sagen würde: „No Respect“ – keinen Respekt. Und in der Tat verwandelt sich das 4-Gaswarngerät schnell zu einem Rodney Dangerfield des Ölfeldes, es bekommt Keinen Respekt, das sage ich dir! Diese Sichtweise muss beim einzelnen Anwender ebenso wie bei den Unternehmen, die diese Warngeräte vorschreiben, korrigiert werden. Ansonsten kann es zu fatalen Folgen kommen. Aber warum hat sich dieser Effekt durchgesetzt, und was können wir tun, um ihn abzustellen? 

Der Dangerfield-Effekt: Unsere Beziehung zu Geräten

Um den Dangerfield-Effekt zu erklären, muss man sich nur die Beziehungen ansehen, die wir zu unseren elektronischen Geräten pflegen. Letztlich läuft die Tragfähigkeit dieser Beziehung auf eine einfache Kosten-/Nutzenrechnung hinaus. Nehmen wir das Handy als Beispiel. Für jemanden, der auf einem Ölfeld arbeitet, sind Mobiltelefon und Gaswarngerät zwei Geräte, die man täglich in der Hand hat und damit umgeht. An der Stelle muss ich etwas gestehen. ICH LIEBE MEIN HANDY. Es versorgt mich mit wichtigen Informationen über die Arbeit, ich kann überall auf Informationen zugreifen und ich kann per FaceTime bei meiner Familie sein, wenn ich unterwegs bin. Für mich bedeutet dies einen großen Nutzen. Diesem Nutzen stehen als Kosten gegenüber, dass ich das Handy auflade, für das Datenvolumen zahle und es nicht falsch einsetze. Wenn ich diesen Nutzen nicht schätzen würde, kann ich Ihnen garantieren, dass ich das billigste Telefon ohne viele Funktionen hätte und es kaum benutzen würde. Ich investiere jedoch weiterhin in ein hochwertiges Gerät, das auf der Kostenseite stärker zu Buche schlägt, weil mir der Nutzen so wertvoll und wichtig ist. Mein Telefon und ich haben also eine sehr gesunde Beziehung, unter anderem auch, weil der Nutzen die Kosten bei weitem überwiegt.

Lösungen wie die Bump-N-Go-Gasflasche
erleichtern mobilen Arbeitern die Durchführung von
täglichen Anzeigetests vor dem Einsatz des Gaswarngeräts.

Betrachten wir nun die Beziehung, die die Benutzer (und in vielen Fällen Erstanwender) zu ihrem 4-Gaswarngerät haben. Hier haben wir eine Situation, bei der das Gerät auf der Kostenseite Folgendes fordert: Anzeigetest, Laden und Kalibrieren. Allerdings wird der entsprechende Aufwand von Anwendern oft übertrieben negativ gesehen. Auch auf der Nutzenseite (Alarme) gibt es manchmal Fehlalarme, die als störend empfunden werden. Dies entspricht einem Arbeitsausfall, was mit einem unmittelbaren Produktivitätsverlust (Geld) verbunden sein kann. Denken Sie daran, dass es hier um das höchste Gut geht – um Ihr Leben. Darüber hinaus stellen die Anwender heute fest, dass es weitaus mehr Alarme gibt, als sie von ihrem vorherigen Eingas-Warngerät für H2S gewohnt waren. Dies führt zur Manifestation des „Dangerfield-Effekts“ in der Überwachung von Gasen, bei dem die wahrgenommenen Kosten den Nutzen weit übersteigen, was zu einem Verlust an Respekt für diese lebensrettenden Gaswarngeräte führt. Wenn der Nutzen nicht wertgeschätzt wird, dann lohnen sich auch die Kosten nicht, und die Geräte verlieren ihre Bedeutung oder werden nicht mehr genutzt. Anwender fragen sich, warum soll ich dieses Ding überhaupt tragen? Den einzigen Nutzen, den die Anwender wirklich wollen, ist, dass das Gerät sich wenig oder am besten gar nicht meldet! Dies bedeutet, dass die harten, unbequemen Wahrheiten (die oben genannten Kosten) hinter der Technologie und die Gründe für das Tragen unwichtig oder vergessen werden. So empfehlen beispielsweise ALLE Hersteller den Anzeigetest aus einem WICHTIGEN Grund (siehe Kleingedrucktes in jedem Handbuch). Wir können diese Realität nicht ignorieren oder durch Marketing wegdiskutieren.

So lässt sich das Problem lösen

Oft gewinnen Unternehmen und Anwender Respekt, wenn sie einmal einen gasbezogenen Unfall aus erster Hand erlebt haben. Aber dies ist keine echte Lösung und sollte es auch nicht sein.

Schritt 1 Investieren Sie in externe oder interne Schulungen über den ordnungsgemäßen Gebrauch und die Einschränkungen von Gaswarngeräten sowie das Verhalten im Alarmfall. Nutzen Sie diese Zeit, um Geschichten von betroffenen Personen, Vorfällen in Unternehmen oder Industrieunfällen zu erzählen. Wenn Ihre Mitarbeiter keinen persönlichen Bezug zu den Inhalten herstellen können, dann starten Sie diese Reise auf dem falschen Weg.

Schritt 2 Achten Sie auf Ihr Gaswarngeräteprogramm. Werden die Geräte ordnungsgemäß gewartet? Wie werden die Geräte benutzt? Welchen Bedingungen sind sie ausgesetzt? Antworten auf diese Fragen finden Sie in den Datenprotokollen (Sie müssen lediglich danach schauen). Wenn Sie nicht sorgsam mit diesem Thema umgehen, wie können Sie dann überzeugend verlangen, dass Mitarbeiter sie tragen?

Schritt 3 Feedback geben, Handeln und Belohnen. Nutzen Sie die Daten für Gespräche mit Ihren Mitarbeitern über die Gaswarngeräte. Was denken sie über sie? Können die Aufgaben so geändert werden, dass keine Exposition mit Gas möglich ist? Oder können diese gemildert werden? Was denken sie? Können Sie Mitarbeiter dafür belohnen, dass sie die richtigen Maßnahmen ergreifen und die Geräte richtig warten?

Diese Liste ist keine vollständige Aufzählung, sondern hat nur Beispielcharakter. Dahinter steht die Absicht, mit Ihren Mitarbeitern ein Gespräch darüber zu beginnen, warum Gaswarngeräte getragen werden und was die Mitarbeiter von ihnen erwarten können und was nicht. Ihr Unternehmen hat in Gaswarngeräte investiert, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu verbessern, und nicht in eine elektronische Version des Sprichworts „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“. Diese Beziehung kann gerettet werden. Es gibt ein Gegenmittel gegen den Dangerfield-Effekt, eine gesunde Dosis an Fortbildung, Achtsamkeit und Wahrheit. Indem man dem Nutzen Respekt gegenüberbringt, gewinnen auch die Kosten an Sinn. Gaswarngeräte werden nie „cool“ sein. Sie werden immer als elektronischer Aufpasser betrachtet. Aber bitte verstehen Sie die Notwendigkeit der Kostenseite und handeln Sie IMMER, wenn das Gerät seinen wahren Nutzen zeigt. Ein Gaswarngerät könnte Ihnen eines Tages das Leben retten. 

Möchten Sie mehr über die Bedeutung von Anzeigetests und Wartung erfahren? Lesen Sie den Artikel Anzeigetests von Gaswarngeräten sollten zur zweiten Natur werden“